

Sommerzeit ist Reisezeit – und für viele gehört der tierische Begleiter selbstverständlich dazu. Darf mein Tier überhaupt mit? Welche Papiere und Impfungen braucht es? Und wie schütze ich es unterwegs vor Hitze? All das sind Fragen, die man sich als Tierbesitzer möglichst frühzeitig stellen sollte, um seinen Vierbeiner sicher mit in den Urlaub zu nehmen.
Die Bestimmungen für das Reisen mit Heimtieren innerhalb der EU sind europaweit einheitlich geregelt. Seit dem 22. April 2026 gelten hierfür die neuen EU-Vorschriften des Tiergesundheitsrechtsakts – Teil VI der Verordnung (EU) 2016/429 in Verbindung mit der Delegierten Verordnung (EU) 2026/131. Sie haben die zuvor gültigen Verordnungen (EU) 576/2013 und 577/2013 abgelöst und regeln die Ein- und Ausfuhr von Tieren innerhalb der EU-Mitgliedstaaten sowie aus Drittländern in die EU.
Für Sie als Tierhalter ändert sich im Alltag wenig: Die grundlegenden Anforderungen bleiben bestehen, und bereits ausgestellte EU-Heimtierausweise behalten ihre Gültigkeit.
Zusätzlich zu den allgemein gültigen EU-Einreisebestimmungen kann jedes Land weitere Forderungen an den Tierhalter stellen – zum Beispiel die Verabreichung einer Wurmkur 24 bis 120 Stunden vor der Einreise (ebenfalls im Heimtierausweis zu dokumentieren) oder das Mitführen eines Maulkorbs.
So ist etwa für Reisen nach Finnland, Irland (einschließlich Nordirland), Malta und Norwegen weiterhin eine Bandwurmbehandlung (gegen Echinococcus multilocularis) durch einen Tierarzt nachzuweisen.
Welche Bestimmungen in den einzelnen EU-Ländern gelten, können Sie in Online-Portalen wie petsontour.de sowie auf den offiziellen Seiten des zuständigen Bundesministeriums nachlesen. Sprechen Sie uns gerne an – wir beraten Sie rechtzeitig vor Ihrer Reise.
Gegen viele Erkrankungen, die im In- wie auch im Ausland vorkommen, sind die meisten Tiere durch ihre Impfungen bereits geschützt. Überträger typischer Reisekrankheiten wie Leishmaniose, Ehrlichiose und Babesiose sind dagegen Zecken und Stechmücken.
Wirksame Präparate gegen diese Krankheitsüberträger gibt es in Form von Halsbändern, Spot-on-Präparaten oder Tabletten. Welcher Schutz für Ihr Tier und Ihr Reiseziel der richtige ist, besprechen wir gerne individuell mit Ihnen.
Hunde und Katzen haben keine Schweißdrüsen wie wir Menschen. Sie können Hitze lediglich über das Maul (Hecheln) sowie über die Pfoten abgeben. Umso wichtiger ist es, sie an heißen Tagen konsequent zu schützen. Lassen Sie Ihr Tier niemals im Auto.
Ein geschlossenes Auto wird bei Sonne innerhalb kürzester Zeit zur lebensbedrohlichen Falle:
| Außentemperatur | nach 10 Min. | nach 30 Min. | nach 60 Min. |
|---|---|---|---|
| 20 °C | 27 °C | 36 °C | 46 °C |
| 30 °C | – | 46 °C | – |
Schon bei 20 °C Außentemperatur steigt die Innentemperatur nach einer Stunde auf lebensbedrohliche 46 °C. Bieten Sie Ihrem Tier stattdessen immer die Möglichkeit, einen Schattenplatz aufzusuchen und sich gegebenenfalls im Wasser abzukühlen.
Hunde mit dünnem Fell können – ebenso wie wir Menschen – Sonnenbrände bekommen. Die Verwendung von Kindersonnencreme oder spezieller Hundesonnencreme ist möglich, sofern der Hund sie toleriert.
Sollten Sie trotz größter Bemühungen den Eindruck haben, Ihr Tier hat einen Hitzschlag erlitten, bedecken Sie es mit nassen Handtüchern, um die Körpertemperatur zu senken, und suchen Sie umgehend den nächsten Tierarzt auf. Überhitzungen können schnell lebensbedrohlich sein und müssen sofort behandelt werden.
Sollten Sie weitere Fragen rund um die sichere Reise mit Ihrem Tier haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Vereinbaren Sie am besten rechtzeitig vor Ihrem Urlaub einen Termin.
Ihr Praxisteam Dr. Tessa Brockhaus