

Sommerzeit – und die Strände der Nordsee liegen nur einige Fahrtstunden entfernt. Für viele bedeutet das, mit dem vierbeinigen Freund einen der zahlreichen hundefreundlichen Strände zu erkunden. Für die meisten Hunde ist es wahrscheinlich der beste Tag des Jahres: im Sand herumrennen, in die Wellen springen und Bälle aus dem Wasser holen. Damit der Ausflug für Sie und Ihren Hund ein sicheres und spaßiges Erlebnis wird, haben wir die wichtigsten Tipps zusammengestellt.
Ganz gleich, ob Ihr Hund laut Hinweisschildern angeleint werden muss oder frei laufen darf – nehmen Sie auf jeden Fall eine lange Leine mit. Unangeleint sollten Sie Ihren Vierbeiner nur laufen lassen, wenn er sich zuverlässig abrufen lässt. Lassen Sie Ihren Hund niemals unbeaufsichtigt. Selbst der am besten trainierte Hund kann abgelenkt werden. Achten Sie besonders auf Ihre Umgebung und auf Situationen, in denen Ihr Hund umherwandern oder weglaufen könnte.
Vor allem, wenn Sie mit Ihrem Hund Boot fahren, ist eine Schwimmweste ein Muss. Für kleine Hunde kann eine Weste mit einem Griff auf dem Rücken nützlich sein, um sie aus dem Wasser zu heben. Wenn Ihr Hund nervös ist, zwingen Sie ihn nicht zum Schwimmen – genießen Sie einfach gemeinsam die Zeit am Strand.
Die meisten Hunde haben ganzjährig Spaß daran, am oder im Wasser herumzutollen. Jagd- und Apportierhunde wie Golden Retriever, Labrador, Pudel oder Cocker Spaniel sind kaum aus dem Wasser herauszubekommen. Der Körperbau und die kurzen Beine können es einer Bulldogge dagegen schwer machen, den Kopf über Wasser zu halten. Allgemein gilt: Ist der Wellengang im Meer hoch oder befinden sich viele Algen im Wasser, ist vom Badespaß abzuraten. Bei sehr heißem Wetter empfiehlt es sich, den Hund erst mit den Pfoten und dann langsam mit dem ganzen Körper ins Wasser gehen zu lassen, um Herz-Kreislauf-Probleme zu vermeiden. Beobachten Sie Ihren Vierbeiner: Einige Hunde neigen – ganz gleich, ob Süß- oder Salzwasser – zu Durchfall und Erbrechen.
Schwere Erkrankungen durch Parasiten oder Bakterien im Wasser sind zwar selten. Zeigt Ihr Hund dennoch nach dem Schwimmen Krankheitsanzeichen, empfehlen wir, eine Wasserprobe zum Tierarzt mitzunehmen.
Leptospirose ist eine häufige, über Wasser übertragene Krankheit, die durch Bakterien der Gattung Leptospira verursacht wird. Die Bakterien können sowohl Menschen als auch Hunde infizieren, wobei Hunde häufiger betroffen sind. Am stärksten gefährdet sind Hunde, die regelmäßig in stehenden Gewässern, Flüssen, Seen und Bächen schwimmen. Fieber, Schüttelfrost und Erbrechen sind Anzeichen für viele verschiedene Infektionen – deshalb sind für Ihren Tierarzt die Informationen über das besuchte Gewässer sehr wichtig.
Algengifte treten in vielen Formen auf und können Haut, Magen-Darm-Trakt, Leber und zentrales Nervensystem beeinträchtigen. Hunde sollten in Seen mit sichtbaren Algenblüten nicht baden oder schwimmen, da für einen Laien kaum abzuschätzen ist, ob die Algen gerade ihr Gift produzieren. Jede Krankheit nach dem Schwimmen in einem See mit Algenblüte – etwa Erbrechen, Atemnot oder Krampfanfälle – sollte sofort dem Tierarzt gemeldet werden.
Längst bekannt als Auslöser von Reisedurchfall beim Menschen, verursachen Giardien auch bei Hunden einen plötzlichen Durchfall. Ein infizierter Hund scheidet die widerstandsfähigen Zysten mit dem Kot aus, von wo sie in das Gewässer gelangen und einen neuen Wirt finden können.
Besitzer, deren Hunde anfällig für Ohrinfektionen sind, erkennen es meist früh: ständiges Kopfschütteln, Kratzen an den Ohren und ein unangenehmer Geruch am Kopf des Tieres. Es ist einer der häufigsten Gründe, warum Hunde in die Tierarztpraxis gebracht werden. Pseudomonas-Bakterien kommen vor allem in Pools und Teichen vor und gelten als häufige Ursache des sogenannten „Schwimmerohrs". Das höchste Risiko tragen Hunde mit ausgeprägten Schlappohren, die Hitze und Feuchtigkeit einfangen – und solche, die gerne schwimmen.
Ist die Infektion auf den äußeren Gehörgang beschränkt, hilft Ihrem Vierbeiner in der Regel eine Behandlung mit Spülungen und geeigneten topischen – also örtlichen – Präparaten durch Ihren Tierarzt.
Der einfachste Rat, um den Strandurlaub für Sie und Ihren Hund zu einem großen Vergnügen zu machen, lautet: Kennen Sie Ihren Hund! So lassen sich Situationen vermeiden, in denen Sie unnötige Risiken eingehen oder die Erziehung Ihres Hundes erst am Strand fortsetzen müssten.
Haben Sie Fragen rund um den sicheren Badeausflug mit Ihrem Hund oder zeigt Ihr Tier nach dem Schwimmen Krankheitsanzeichen? Wir sind für Sie da.